16.10.2005
Michael G. Wilson erläutert Casting-Entscheidung

Michael G. Wilson, Stiefsohn von Albert R. Broccoli und seit 1995 zusammen mit seiner Stiefschwester Barbara Produzent der James Bond-Serie, hat in einem Interview mit der "New York Times" verdeutlicht, wie man beim Casting vorgegangen ist und weshalb man sich letztlich für Daniel Craig entschieden hat.

"Barbara und ich, wir waren beide sehr frustriert, und dachten, mit der Serie geht es bergab. Das haben wir auch Pierce Brosnan so gesagt. Wir hatten einfach keine Energie mehr, uns fehlte die mentale Kraft. Also mussten wir einfach etwas Neues schaffen, für uns alleine", so der Produzent.



Michael G. Wilson - sichtlich gealtert

 

Er fügte außerdem an, dass die Entscheidung für Craig und gegen Brosnan entgegen anderslautenden Gerüchten absolut nichts mit Geld zu tun gehabt habe. "Hätten wir einen Deal mit Pierce machen wollen, dann wäre der auch zustande gekommen, keine Frage. Aber damit hatte es nichts zu tun. Es ging darum, neue Inspiration für die Serie zu finden!"

Dabei hat das Finanzielle im Gesamten wohl doch eine ziemlich große Rolle gespielt. So sei Ende der 90er Jahre festgestellt worden, dass die Kinobesucher von 007-Filmen die im Durchschnitt ältesten Kinogänger aller Actionfilm-Serien waren. Wie auch immer, durch den großen Erfolg der 007-Videospiele habe der letzte Film, "Stirb an einem anderen Tag", vermehrt auch eine neue, junge Generation von Kinobesuchern angezogen. "Diese neue Generation wollen wir nicht enttäuschen", so Wilson, der damit darauf hindeutet, dass letztlich das Alter von Brosnan doch eine Rolle gespielt hat.

Die Verschiebung von Dreharbeiten und Kinostart um ein Jahr auf 2006 erklärte Wilson mit der Übernahme MGMs durch Sony. "Wir steckten mitten in den Castings und Barbara war sich schon relativ früh sicher, dass es Daniel werden sollte. Doch dann wurde MGM von Sony übernommen, und Amy Pascal von Sony meinte, wir sollten weitere potentielle Kandidaten testen. Daher zog sich das Casting über ein weiteres halbes Jahr, in dem wir 200 Kandidaten im Blickfeld hatten und eine Unmenge an Screentests durchgezogen haben".

Laut der "New York Times" sollte Craig demnach bereits im April als neuer 007-Darsteller der Welt verkündet werden - rückblickend der Zeitpunkt, zu dem der Name Craigs das erste Mal ins Spiel kam. Michael G. Wilson bestätigte außerdem dass unter den 200 Kandidaten "sehr bekannte Schauspieler wie Colin Farrell, Orlando Bloom und Clive Owen" waren. Die letzten Screentests wurden laut Wilson mit Henry Cavill, Alex O'Lachlan, Goran Visnjic und Sam Worthington durchgeführt - wie bereits in den letzten Wochen von all time high berichtet.

Es wird interessant zu sehen sein, ob einer dieser Kandidaten irgendwann die Nachfolge Daniel Craigs antreten wird. Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan sind die besten Beispiele dafür, dass Schauspieler, die schon einmal für die Bond-Rolle gecastet wurden den Job erst einige Jahre oder Jahrzehnte später erhielten.

all time high hält euch weiter auf dem Laufenden!