15.08.2004
Basiert Bond 21 auf Casino Royale? Wird Vic Armstrong Regisseur? - Eine Zusammenfassung


Es ist in jedem Jahr, in dem es keinen Bondfilm und folglich das Jahr über nicht so viele Neuigkeiten zum Thema 007 gibt, das Gleiche: Man fährt zwei Wochen in den Urlaub und wird dann mit einer Welle von Bond-News überflutet. So auch dieses Jahr - daher eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der vergangenen zwei Wochen, die ich in Lloret de Mar geweilt habe.



DVD-Cover von "Casino Royale"
mit Peter Sellers von 1967


Commanderbond.Net schreibt am 30. Juli unter Berufung auf eigene Quellen (die u.a. bereits im Februar als erste vom Abgang Pierce Brosnans berichteten): Bond 21 ist Casino Royale. Nachdem Simon Corless von der Fanseite "Absolutely James Bond" Mitte Juni eher unbemerkt einen entsprechenden Artikel veröffentlichte, "bestätigt" CBn nun durch "mehrere voneinander unabhängige Quellen", dass der von Neil Purvis und Robert Wade eingereichte Drehbuchentwurf von Bond 21 zum Großteil auf Ian Flemings erstem Roman, "Casino Royale", basiere. 

Dabei sei allerdings noch nicht klar, ob der Film auch wirklich den Titel "Casino Royale" tragen wird. Bereits für "Stirb an einem anderen Tag" bediente sich das Autoren-Duo Purvis & Wade bei Fleming und baute wesentliche Elemente des "Moonraker"-Romans (Gala Brand/Miranda Frost, Blades-Club....) ein. Kreative Not bei Purvis und Wade oder Erfüllung langgehegter Fan-Träume?

"Casino Royale" war Ian Flemings erster 007-Roman, der bereits in den 50er Jahren für das amerikanische Fernsehen verfilmt wurde. Später sicherte sich Hollywood-Produzent Charles K. Feldman die Rechte und drehte 1967 eine Parodie mit Peter Sellers in der Rolle von Agent 007.

Erst vor wenigen Jahren sicherte sich MGM die Rechte am Film und Namen "Casino Royale". Seit diesem Zeitpunkt wird von den Fans weltweit gefordert, "Casino Royale" zu verfilmen bzw. als Titel zu verwenden, denn es ist der einzige Fleming-Titel, der noch nicht für einen offiziellen Film aufgebraucht wurde. Seit 1995 gibt es vor jedem Film Gerüchte, der Titel könnte "Casino Royale" sein, noch nie war es aber so wahrscheinlich wie dieses Mal.

Der Fleming-Roman ist in Royale-les-Eaux angesiedelt, einem kleinen Ort an der nordöstlichen Atlantikküste Frankreichs. Sicherlich werden Purvis & Wade den Ort gegen einen anderen ausgetauscht haben, es wird aber gemunkelt dass der Bösewicht und das Bondgirl die gleichen Namen wie im Roman tragen, LeChiffre und Vesper Lynd.

Weiterhin berichtet Commanderbond.Net: Prag als Drehort ist eine Ente. Eon Productions habe niemals in Erwägung gezogen, dort zu drehen, weder in tschechischen Studios noch in der Hauptstadt selbst. Der BKD konnte zwischenzeitlich recherchieren, dass Michael G. Wilson sich kürzlich privat in Prag aufhielt. Scheinbar hat ein Journalist ihn dort erkannt, falsche Rückschlüsse gezogen und die Story an "Variety" verkauft (s. all time high vom 19.07.)


Logo der Hollywood-Zeitschrift

A pros pos "Variety": Das Branchenfachblatt berichtet am 1. August in einem längeren Artikel dass sich Bond 21 in einer "Entwicklungshölle" befände, Eon und MGM dies aber zum Großteil selbst verschuldet hätten. Man habe keinen 007-Darsteller, keinen Regisseur und noch kein brauchbares fertiges Drehbuch (was übrigens kein "wirkliches" Problem sein dürfte, da man bei "Stirb an einem anderen Tag" bis weit in den Drehbeginn an einer finalen Version arbeitete).

Variety schreibt weiter: "Seit mehreren Monaten distanziert sich Pierce Brosnan von dem Projekt. Er hat noch keinen Vertrag für den Film unterschrieben, da er noch nicht einmal das Angebot von den Produzenten bekam. Gleichzeitig wurde aber auch noch keinem anderen Schauspieler die Rolle offeriert". Die Zeitschrift klärt auch das Orlando Bloom-Gerücht auf: Miramax Books hat zwar die Rechte für die "Young James Bond"-Reihe von Charlie Higson, das Filmstudio aber keinerlei Rechte, die Romane zu verfilmen. Somit spielt Orlando Bloom keinen jungen James Bond.


Alfonso Cuaron


Am 5. August veröffentlicht das "Wall Street Journal" einen Artikel über Pierce Brosnan, dem eine Liste von Wunschkandidaten für den Regiesessel von Bond 21 beigefügt ist. Die Zeitung beruft sich auf Quellen, die in den Entscheidungsprozess bei MGM und Eon einbezogen sind. Folgende Namen finden sich auf der Liste: Alfonso Cuaron ("Harry Potter und der Gefangene von Askaban"), Gore Verbinsky ("Fluch der Karibik"), Rob Bowman ("Akte X: Der Film"), Chrisopher Nolan ("Batman") und Sam Reimi ("Spiderman"). all time high kann einen weiteren Namen hinzufügen: Jon Amiel ("Verlockende Falle").

Während all die aufgezählten Regisseure für Hollywood-Kenner keine großen Überraschungen sein dürften, verblüfft nur der Name des jungen Mexikaners Cuaron. Aber: Bereits 1999 war er lange Zeit Favorit auf den Regiestuhl von "Die Welt ist nicht genug", bis man sich schließlich im letzten Moment bei Eon für Michael Apted entschied. Cuaron wäre zudem der erste Bond-Regisseur aus einem Nicht-Englischsprachigen Land.

Die bekannte Film-Webseite Dark Horizons berichtet hingegen am 10. August, dass man Vic Armstrong die Regie angeboten habe. Armstrong ist in der Zunft der Stuntmen eine Legende, arbeitet seit vielen Jahren an den James Bond Filmen mit. Seit "Der Morgen stirbt nie" ist er 2nd/Action Unit-Regisseur der Bondfilme. Eine Beförderung zum Regisseur ginge einher mit der bekannten Eon-Politik. Immer wieder arbeiteten sich Crew-Mitglieder nach oben, zuletzt John Glen, der von 1981 bis 1989 bei insgesamt fünf Bondfilmen Regie führte und vorher Cutter der 007-Filme war.


James Purefoy


Interessanterweise weiß Insider "pierce-b", der die Fanwelt bei den Dreharbeiten zu "Stirb an einem anderen Tag" immer wieder mit neuen und richtigen Informationen versorgte, zu berichten, dass James Purefoy ernsthaft als Brosnan-Nachfolger im Gespräch sei. Bereits am 17.07. berichtete all time high von einem möglichen Engagement Purefoys.

John Cox von Commanderbond.Net stellte in diesem Zusammenhang eine kleine Spekulation an: So wie es aussieht, wird der Deal zwischen MGM und TimeWarner nicht zustande kommen. Das finanziell angeschlagene Studio muss dann Bond 21 selbst produzieren - mit einem kleinen Budget. So könnten sich Armstrong und Purefoy erklären, die im Grunde genommen nicht zur ersten Schauspieler-Riege gehören.


Übrigens: Auch "Hulk"-Darsteller Eric Bana hat kein Interesse daran, Bond zu spielen.


all time high wird euch wie gewohnt - und jetzt sozusagen wieder "full time" - über die Entwicklungen in der Bond-Welt auf dem Laufenden halten!