Bonding in Feldkirch
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Heute vor einer Woche, am 29. April 2008, begannen die Quantum of Solace-Dreharbeiten am Bodensee. Einer der Glücklichen, die vor Ort waren und etwas von den Dreharbeiten miterleben konnten, war Thomas Gleitsmann, der als ‘thomas004′ im Bondforum unterwegs ist. Nachfolgend sein ganz persönlicher Erfahrungsbericht.
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Bereits tagsüber herrschte in Feldkirch eine kribbelige geladene Stimmung. Einige typische kurzbehoste Engländer verlegten Stromkabel und weitere Technik in den Gassen, und viele seltsame Gestalten schlichen umher. Überall wurde getuschelt und geplaudert, Bond war Thema Nummer 1! Viele Geschäfte hatten große Aufkleber mit „007 – Welcome in Feldkirch“ ins Fenster geklebt, die von der Stadt verteilt worden sind. Einige Läden hatten lebensgroße Papp-Filmfiguren vor der Tür stehen, was der ganzen Stadt eine bondige Stimmung verlieh (jedenfalls weitaus bondiger als das komplett schmucklose Bregenz heute Vormittag!). Überall wurden Schaufensterscheiben geputzt, noch eine neue Leuchtreklame aufgehängt und Schaufenster umgestaltet. Alles für den großen Auftritt!
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Schon tagsüber wurden blickdichte Absperrungen (hohe Bauzäune mit schwarzen Folien) in den entsprechenden Gassen bereitgestellt, die jedem Fan und mir Angst einjagten, später beim Dreh nichts zu sehen…
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Gegen 17 Uhr wurde es in den betreffenden Straßenzügen lebhafter, und Scheinwerfer, Kameras, etc. wurden aufgebaut. Man hatte auch in einigen Wohnungen in den oberen Etagen des Marktplatzes Scheinwerfer in die Fenster gestellt. Ab 18 Uhr erfolgte der erwartete „Rausschmiss“ aus der Innenstadt, und alle Unbeteiligten mussten den Marktplatz verlassen. Ein Trupp breiter, schwarz gekleideter Securities sorgte dafür, dass keiner mehr hereinkam. Ich bin dann erst einmal ins Hotel…
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…und bei Einbruch der Dunkelheit zurückgekehrt. Vom Marktplatz war gar nichts zu sehen, nur am Ende der Schmiedgasse war nur eine hüfthohe Absperrung. Man konnte sehen, wie die beiden Autos auf den Dreh vorbereitet wurden. Leider hat man wohl seitens Filmcrew diese einzige völlig offene Absperrung bereut und später direkt vor den Zuschauern einen Lastwagen quer in die Gasse gestellt. Super… Unmut unter den vielen Zuschauern machte sich breit. Ich bin dann seitlich durch eine historische Unterführung an einen tollen Ort gelangt, wo nur wenige Zuschauer standen und man seitlich direkt auf den parkenden Jaguar sehen konnte. Dort habe ich den ganzen Abend bis Drehschluss (ca. 23:30 Uhr) verbracht, von wo aus wir gut sehen konnten.
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Die einzige gedrehte Szene ist einfach zu erklären: Aus der Schmiedgasse heraus starteten der schwarze Jaguar mit einem Fahrer (sah ein wenig aus wie Craigs Bruder mit langen Haaren; viele meinten zuerst, es wäre Craig), daneben ein festlich gekleideter Herr, vermutlich Anatole Taubman, und – ebenfalls festlich gekleidet – Maurice Greene auf dem Rücksitz hinten links. Almaric ist auch oft ausgestiegen und herumgelaufen, so dass er sehr gut zu sehen war. Der Jaguar startete mit hohem Tempo und fuhr nach rechts über den Marktplatz. Bond – sportlich gekleidet – hinterher im hellblauen Volvo. Da waren wir doch alle enttäuscht, da wir mit dem Aston Martin gerechnet hatten. Die Fahrt dauerte höchstes 10 Sekunden, dann kamen die Autos zurück zum Start. Die Szene wurden so ca. 8- bis 10-mal wiederholt. 2- oder 3-mal fuhr auch ein Double Bonds Wagen. Meist ging es da schneller zur Sache. Craig lief oft umher; wer Glück hatte, konnte ihn fotografieren.
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Wir wurden mehrfach von österreichischen und englischen Ordnern und Crewmitgliedern aufgefordert, nicht zu filmen (wegen Copyright), zu blitzen oder während der Dreh-Momente zu rufen oder zu reden. Es wurde nämlich auch der Ton aufgenommen. Leider war das Publikum vor Ort teilweise extrem undiszipliniert und blitzte ungeniert aus den Fenstern (!) und brüllte/lachte auch nach dem deutlich vernehmbaren Kommandos „Recording sound“ und „Rolling“. Schon schade. Möchte mal wissen, wie viele der Szenen dadurch versaut worden sind…
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Ich rechnete damit, dass nach Mitternacht auf dem abgesperrten Marktplatz noch einige weitere Szenen gedreht werden. Dem war nicht so; Mitternacht war Schluss. Die gedrehte Fahr-Szene ist also wirklich maximal 10 Sekunden lang. Ich bin echt gespannt, wie das Ganze in den Film integriert wird…
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Alles in allem war es ein supertolles Erlebnis, Bond mal live „im Dienst“ zu erleben! Aber ich hatte erwartet, noch mehr vom Set und den Arbeiten zu sehen. Die strengen Absperrungen waren doch sehr ärgerlich…