Bond 22 Blog

Ein Quantum Trost. 6. November 2008.


Hauptplakat zu ‘Ein Quantum Trost’Es ist schon viel geschrieben geworden nach den ersten Pressevorführungen. Die meisten Reviews habe ich mir allerdings gar nicht erst durchgelesen, denn sie enthielten eine Reihe Spoiler, und neben dem, was ich durch die Berichterstattung auf dieser Webseite sowieso schon von der Handlung wusste, wollte ich nicht noch mehr erfahren. Das wenige, was ich von diesen Reviews aber mitbekommen und behalten habe, lässt sich so zusammenfassen: Craig ist gut, Amalric kommt kaum zur Entfaltung, die Story ist konfus, die Action zu lang, der Film aber insgesamt zu kurz, humorlos und unausgegoren. Die meisten Fans, die den Film bereits vorab in England oder bei Pressevorführungen sehen durften und mit denen ich bisher sprechen konnte, beschrieben ihr Empfinden in Extremen: Ein Quantum Trost müsse man lieben oder hassen. Das wurde auch 2002 unter Bond-Fans von Stirb an einem anderen Tag gesagt, dem Film, der bei mir auf der letzten Stelle meiner persönlichen Rangliste rangiert und der 2006 von einem in meinem Empfinden besten Filme der Serie, Casino Royale, gefolgt wurde. Keine gute Vorzeichen also, und ich schraubte meine Erwartungen ziemlich nach unten. Enttäuscht wurde ich nicht, aber euphorisch bin ich auch nicht. Kurz: Ein Quantum Trost reicht bei Weitem nicht an seinen Vorgänger heran. Doch Daniel Craigs zweiter Bond ist ein solider, etwas überdurchschnittlicher Film, weit weg vom unten Ende meiner persönlichen Liste. Dennoch: Ein Hate it or Love it-Film ist der 22. James Bond-Film in meinen Augen nicht, denn er hatte beides: Richtig gute Szene, und einige wenige Momente, in denen ich mich fragte, was das noch mit James Bond zu tun hat.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Doch der Reihe nach; und Achtung - auch ich werde teils massiv spoilern. Der Film beginnt ohne den Pistolenlauf, wie schon bei Casino Royale. Dem Zuschauer soll deutlich gemacht werden, dass Bonds Wandlung in den Bond, wie wir ihn kennen, noch nicht abgeschlossen ist. Blöd nur, wenn die meisten Zuschauer, die sich nicht wie ich heute Mittag zum wiederholten Male Casino Royale auf DVD angesehen haben und den Film womöglich nur vor zwei Jahren im Kino angeschaut haben, eigentlich gar nicht mehr wissen, worum es geht. Zumal die Schlussszene von Craigs Debütfilm impliziert, dass die Wandlung abgeschlossen ist. Statt der Gunbarrel kriegt der Zuschauer aber eine beeindruckende Landschaftsaufnahme vom Gardasee geboten. Und ich finde, bereits in der ersten Szene erkennt man die Handschrift des Regisseurs: das ist typisch Marc Forster!

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Der eigentliche Film startet dann mit einer Verfolgungsjagd, bei der das nächste Stilmittel eingeführt wird, welches den ganzen Film durchgehalten wird: Wackelige Bilder aus einer Handkamera. Das mag nicht der Geschmack aller Kinogänger sein, aber anders, als viele Fans und Reviewer fand ich die Handkameras weder störend noch deplatziert. Ab der zweiten Actionsequenz habe ich sie eigentlich nicht mehr wirklich wahrgenommen. Am Ende der Sequenz der erste Lacher: Bond kommt im völlig zerschossenen Aston Martin im MI6-Safehouse in Siena an, öffnet den Kofferraum, und der gute Mr. White liegt darin. An dieser Stelle wird noch einmal deutlich, dass der Film wirklich unmittelbar am Ende von Casino Royale ansetzt.

Jesper Christensen als Mr. White beim VerhörUnd das ist gleichzeitig ein Manko: Wie bereits angerissen, wird vom Zuschauer vorausgesetzt, dass er die Geschehnisse aus Casino Royale präsent hat. Mr. White wird verhört, es wird von Vesper, deren algerischem Liebhaber und dem Liebesknoten gesprochen; später taucht Bond bei Mathis auf, und trotz eines kurzen Hinweises in der Untertitelung, dass er zu Unrecht gefoltert und dafür vom MI6 mit dieser hübschen Villa entschädigt wurde, kann der gemeine Kinogänger wohl recht wenig mit der Person Mathis anfangen.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Es wurde bemängelt, dass die Story kaum nachvollziehbar sei. Ich hatte den gegenteiligen Eindruck: Nach der doch sehr komplexen Handlung von Casino Royale war die Handlung stringent, obwohl sie an manchen Stellen auf dem Zufallsprinzip aufbaute. Auf der anderen Seite basiert jeder Sonntagabend-Tatort in der ARD auf mehr Zufällen. Als kleinere Schwachpunkte fallen mir lediglich ein: Warum hält sich Greene ausgerechnet in Tahiti in der Nähe einer seiner unzähligen Handlanger auf? Warum hindert niemand Bond daran, sich das erste Zusammentreffen mit General Medrano vom Motorrad aus zu verfolgen? Fühlt Quantum sich so sicher, dass die Organisation hier auf mehr Sicherheitskontrollen verzichtet? Aus welchem Grund genau fliegt Greene nach Bregenz? Ist er einfach nur Opern-Fan? Warum kommunizieren dort alle über Headset? Einfacher kann man eine Terrororganisation ja nun nicht abhören. Warum nehmen Bond und Camille das riesige Transportflugzeug, wo doch nebendran eine nette kleine Cessna steht? Und schließlich der größte Zufall: Warum landen Bond und Camille nach ihrem Flugzeugabsturz ausgerechnet in einem Bergloch, in dem Greene Wasser anstaut?

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Überhaupt, Greenes Plan, und damit zu den Ungereimtheiten. Zunächst einmal gab es schon bösere Pläne von Bond-Bösewichten, als die Wasserversorgung eines südamerikanischen Landes zu übernehmen. Da war ja sogar Trevellyans Ansinnen in GoldenEye, London den Strom abzuschalten, gehässiger. Und dann bleibt die Frage, wie Quantum unbemerkt von Geheimdiensten und sämtlichen Sateliten im Weltall einfach Minen graben und einem ganzen Staat den Wasserhahn abdrehen konnte. Die Organisation kann ja sicherlich viele Beamte schmieren, aber mit Sicherheit nicht alle.

Ich gebe zu, dass die Vielzahl an Charakteren verwirrend sein kann. Persönlich fand ich Casino Royale in dieser Hinsicht aber schlimmer. Wäre man gehässig, könnte man auch sagen: Zum Glück tötet Bond ja jeden zweiten Nebendarsteller.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Craig spielt Bond wieder absolut überzeugend und holt aus der Rolle heraus, was er kann. Zu seiner Darstellung ist nicht viel zu sagen, außer: Chapeau, Mr. Craig. Gut gemacht. Mathieu Amalric darf leider nicht zeigen, was er schauspielerisch drauf hat. Das hat aber weniger mit ihm, als mit seiner Rolle zu tun, die ihm wenige Freiräume zur Interpretation bietet. Abgesehen davon, dass Olga Kurylenko bildhübsch ist, kann sie auch noch ganz gut schauspielern. Im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass Camille nach Wai Lin und Jinx die dritte knallharte Agentin eines anderen Geheimdienstes sein würde, aber zum Glück ist man den Weg weitergegangen, den man in Casino Royale eingeschlagen hat. Obwohl sie unglaublich tough ist, wirkt sie auch unglaublich zerbrechlich. Und diese Rolle spielt Kurylenko mit Bravour. Die Rolle von Fields hätte man sich hingegen genauso wie die von Elvis schenken können. Für den Plot waren beide absolut unnötig. Dafür, dass Taubman die nach eigener Aussage “zweitgrößte Rolle” im Film erhalten hat, war er recht wenig im Bild. Wobei das bei seiner Rolle gut war. Der Tod von Fields ist zwar eine nette Hommage an Goldfinger, aber irgendwie total unnötig. Zumal sich die Öl-These ja als falsch herausgestellt hatte. Giancarlo Giannini und Jeffrey Wright als Mathis und Felix Leiter spielen gewohnt souverän; etwas schade ist es allerdings, dass man Leiter wieder nur wenig Zeit eingeräumt hat.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Bleibt noch ‘M’. Und hier bin ich mir überhaupt nicht sicher, wie ich ihre Rolle bewerten soll. An Judi Dench liegt es jedenfalls nicht, sie spielt gewohnt souverän. Aber ‘M’ ist mir irgendwie zu launisch. Erst droht sie White im Verhör damit, ihn verschleppen zu lassen, dann ist sie sauer auf Bond ob dessen Brutalität, dann heißt sie seine Aktionen wieder gut, danach ist sie erneut stinksauer, und schließlich reicht eine kurze Begegnung mit Bond auf dem Hotelflur in Bolivien, sie davon zu überzeugen, dass Bond das Richtige tut. Überhaupt, wieso darf Bond auf einmal nicht mehr töten, wen und wie er will? Er ist doch schließlich Doppelnull-Agent. Hier verschließt sich mir die Logik, warum ‘M’ auf einmal Bericht zu jedem toten Landhanger haben möchte. Wäre das schon immer so gewesen, wäre der gute James mit dem Schreiben gar nicht mehr fertig geworden.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Die Actionsequenzen sind manchmal etwas kurz geworden, was wohl an der Vielzahl der unterschiedlichen Actionszenen liegt. Bond kämpft mit den Fäusten, mit Messern, Pistole und Maschinengewehr, zu Land, zu Wasser und in der Luft. Dennoch hatte jede Actionsequenz ihre Berechtigung, ich empfand keine einzige fehl am Platz oder “eingeschoben”. Den Vorwurf, der Film sei ein reiner Actionfilm ohne jeden Tiefgang teile ich deswegen nicht.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Und das liegt am Regisseur. Man merkt immer wieder, wie Marc Forster versucht, dem Film seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Das geschieht durch kleine Randaufnahmen, die unheimlich detailiert und liebevoll gestaltet sind, ob die Kinder im bolivianischen Dorf, die Zuschauer beim Palio oder die Partygäste in Bregenz. Und dann natürlich einige grandiose Szenen, wie der Tod von Mathis, als Bond völlig zerrissen ist zwischen Trauer und Wut und man als Zuschauer merkt, dass Bond noch immer nicht ganz mit der Frage abgeschlossen hat,ob Mathis letztlich ein Verräter war oder nicht. Forster zeigt Bond hier innerhalb weniger Sekunden als zerbrechlichen Menschen und eiskalten Killer - und gerade diese Szene fand ich extrem stark.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Auch die Action wurde von Forster anders konzipiert, als das bisher der Fall war. Dabei wurden vor allem, wie bereits angesprochen, Handkameras verwendet. Ganz stark ist vor allem die Tosca-Sequenz, als sich die Action parallel zur Bühnenhandlung und unter der Musik Puccinis abspielt. Ganz großes Kino!

Bond und Camille in der WüsteUnd was war sonst? Der Titelsong von Alicia Keys und Jack White wird auch mit dem Vorspann nicht besser, zumal da nochmals an ihm herumgeschnippelt wurde, um auf die Bilder zu passen. Überhaupt: Die Titelsequenz gibt man bei Bond 23 besser wieder an Daniel Kleinman zurück, genauso wie die Gunbarrel. Forster hat sich und den Fans mit MK12, die sich für beides verantwortlich zeichnen, keinen Gefallen getan. Zum Humor: Der Humor kommt nicht zu kurz, es gibt eine ganze Reihe One-Liner. Dass Bond Greene nicht tötet, finde ich eine abwechslungsreiche Idee. Und wirklich zu kurz fand ich den Film auch nicht: Vielleicht hätten ihm fünf bis zehn Minuten mehr gut getan. Mehr aber auch nicht. Dann hat der Film hübsch designete Untertitel mit der Info, wo wir uns gerade befinden. Aber anders, als z.B. Siegfried Tesche in seinem Spiegel-Review schreibt, gab es Ortseinblendungen nicht zum ersten Mal in einem Bond-Film. Schon Casino Royale und diverse Brosnan-Bonds hatten diese. Sie sahen dieses Mal nur, in meinen Augen, hübscher aus. Und schließlich noch eine interessante Randnotiz: Hat Bond schon jemals zuvor Bier getrunken?

Regisseur Marc Forster in einer DrehpauseEine Sequenz spiegelt mein Empfinden des Films eigentlich perfekt wieder: Die Bregenz-Szenen. Wie beschrieben, finde ich, dass die Tosca-Sequenz der mit Abstand beste Filmabschnitt ist. Und das, wo die komplette Sequenz eigentlich total untypisch für einen Bond-Film ist. Ein Quantum Trost ist eben ein Quantum anders: Es ist kein typischer Bond-Film. Bond-Stimmung kam erst mit dem Gunbarrel am Ende des Films auf. Aber vielleicht muss man sich in seinem Denken einfach nur von den verklärt-romantischen Gefühlen lösen, die man als Fan mit den alten Bond-Filmen asoziiert. Man darf sich nicht fragen, wie Connery vieles gelöst hätte, oder warum Moore nie so brutal war. Und man darf sich nicht in die Welt der 1960er und 1970er Jahre zurückdenken. Man muss sich vergegenwärtigen, dass ein Bond-Film immer seine Zeitumstände wiederspiegelt. Und das hat man mit Resourcenkrieg und dem Misstrauen der Geheimdienste eigentlich genauso gut geschafft, wie es die früheren Bond-Filme mit Atombomben, Voodoo und Dechiffrier-Maschinen zur jeweiligen Zeit getan haben. Ich bin mir sicher, dass ich in einigen Jahren auch auf Ein Quantum Trost verklärt-romantisch zurückblicken werde. Und dann ist das mit dem spontan fehlenden Bondfieber auch nicht mehr so schlimm.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Da trotz vieler möglicher weiterer Ansatzpunkte die Handlung von Casino Royale und Ein Quantum Trost mit M’s Aussage, Greene sei tot und der späteren Gunbarrel prinzipiell abgeschlossen ist, können wir darauf hoffen, Craig in Bond 23 in einem Bond-Film zu sehen, der der traditionellen Bond-Formel folgt. Trotz aller Originalität und trotz allen positiven Innovationen: Über einen ’stinknormalen’, formelhaften Film würde ich mich sehr freuen.

18 Reaktionen zu “”

  1. dotdeguy

    ja, aber hallo - die größte frage meiner meinung nach: wo ist mr. white abgeblieben? war es nicht er, an den bond (über greene) wieder ran wollte? ist das wieder die brücke zum nächsten film?

  2. Tim

    Mr. White saß in Bregenz im Opernpublikum - aufgefallen? ;-) Ich denke, dass er durchaus Chancen hat, nochmal zurückzukehren…

  3. dotdeguy

    hey tim! schon klar, dass er im opernpublikum saß…
    aber wollte bond nicht eigentlich ihn jagen?

  4. HarryOcean

    Man kann den Film ja sicher auch unterhaltsam finden!
    Aber ein Bondfilm war das nicht. Und die Regie, ist für jemanden der Ridley Scott, Michael Mann, Paul Verhoeven, Stanley Kubrick, Brian de Palma für die größten Visionäre hält - unter aller Kanone.
    Ich fand die anderen Filme von Forster sehr ansprechend, aber was er hier in Zusammenarbeit mit der Second-Unit abliefert, ist das schlimmste in der 007-Geschichte. Die dreckigen, groben Bilder und die hektische Kamera noch dazu - eines Bonds nicht würdig!
    Dem Zuschauer nur Story-Brocken und kleine Erinnerungen an bessere Zeiten vor zu werfen funktioniert hier nicht!
    Ich finde die Regie absolut lieblos, so wie die Titel-Musik, das Titel-Design, die Plakate und das Drehbuch.
    Da wollte niemnd den besten Action-Film des jahres 2008 drehen!
    Denn der Titel geht an Hitman, an 8 Blickwinkel, an Doomsday und wegen mir auch an den übervollen Batman.
    Bond wird hier schwer verlieren!
    Zum Glück,
    denn nur so kann der nächste Bond endlich wieder besser werden!
    Wenn schon der wenig attraktive Craig, dann doch bitte wenigstens wieder einen männlichen M mit Charisma und keine alte Hexe und zurück zu den Farben, zum Charme, zum Witz, zur Spannung und am liebsten zu Brosnan, oder zu Owen.

  5. VUSER1216v

    Also, ich habe mir den Film gestern Abend (nein…vorgestern Abend) ;) angesehen, viele Kritiken und Anmerkungen, die ich mir da gestellt habe, fand ich in dieser Review wieder…;)
    Chapeau!… Aber da war einiges ungeklärt…z.b. auch als kleine Randnotiz: “Wieso benutzt Bond wieder die Walther PPK und nicht wie vorher die P99???” Ist jetzt soweit nicht weiter wichtig, oder so…eher in der selben Sparte wie die “Bier Szene”… aber trotzdem…;) Sonst denke ich eher, ist “QOS” ein “Übergangsbond”, wenn man an die alten Bond Filme zurückdenkt, wo M ihn bewundert (denke da nur an Bernhard Lee’s Gesichtsausdruck in “Goldfinger” wo Bond über den Cognac resümiert) aber ihn auch gleichzeitig zurecht weißt, ich denke nach “QOS” ist diese Beziehung zwischen M (Dame Judi Dench) und Bond wieder gegeben… Da sie so “zickig” ist, denk ich mir, liegt einfach daran, da sie selbst nicht so recht weiß, was sie von ihm halten soll. Ich glaub auch, dass der nä. Bond wieder klassisch angehaucht sein wird, mit einem (wieder) großartigen Daniel Craig (finde er spielt es wirklich sehr sehr gut).
    Abschließend, fand ich den Film soweit richtig gut, ist bei mir allerdings auch in der Liga wie “LTK” anzusiedeln, den man ja auch entweder hasst oder liebt…;)

    in diesem sinne
    Gruß
    Vuser

  6. Tim

    Hallo HarryOcean,

    Geschmäcker sind eben verschieden. Ich persönlich war einfach heilfroh, dass man nach dem meinem Empfinden nach grottenschlechten “Stirb an einem anderen Tag” mit all seiner Computer-Action, unsichtbaren Autos und einem Robocop-Bösewicht die Serie auf Null gesetzt hat. Ich persönlich glaube ganz einfach nicht, dass das mit Brosnan funktioniert hätte.

    Ich denke, ein Film wie “Casino Royale”, der sich vor allem durch seine glänzenden, exotischen, farbenfrohen Bildern von der grauen Tristesse der Brosnan-Filme abhob (Beispiel: grüner Farbfilter über die Korea-Szenen in DAD), wäre allein schon an Brosnans Reise-Unlust gescheitert, denn der gute Pierce hat sich bekanntlich in die Verträge schreiben lassen, an höchstens zwei ausländischen Locations pro Film zu drehen - am besten, in Europa. Deswegen ist Cadíz Kuba, England Korea, Pinewood Saigon und Spanien Aserbaidschan. Außerdem haben wir eine ganze Menge Studio-Arbeit.

    Auch ich bemängle, dass man Judi Dench als einzige Konstante der Brosnan-Ära weitermachen lässt, denn das passt einfach überhaupt nicht in den Re-Boot. Dennoch bin ich heilfroh, dass man diesen Re-Boot gegangen ist und die Serie auf den Anfang gesetzt hat.

    Michael Wilson hat das in dieser Woche sehr schön in einem Interview zusammengefasst. Er sagte: “Wir waren nach ‘Die Another Day’ in der gleichen Situation wie seinerzeit nach nach ‘Man lebt nur zweimal’, ‘Diamantenfieber’ und vor allem ‘Moonraker’. Das waren alles fantasievolle, aber im Rückblick sehr übertriebene Bond-Filme. Wir mussten Bond in den darauffolgenden Filmen immer wieder ‘down-to-earth’ bringen. Und in ‘Casino Royale’ haben wir das in einer Radikalität geschafft, die wir uns bis dahin nicht getraut hatten.” (Vgl.: http://commanderbond.net/article/5756)

    Und jetzt zu dem, was auch Vuser anspricht: Auch ich sehe ‘Quantum’ als eine Art Übergangs-Bond, als den ‘kleinen Bruder’ von ‘Casino Royale’. Wenn man später auf diese Filme zurückblickt, wird man sich immer an diese beiden Filme als eine Art Duo erinnern, die Bond wieder auf eine Basis für weitere Filme gestellt haben, auf die man nach einem Fantasyfilm wie ‘Die Another Day’ nie mehr anders hätte hinkommen können. Und wenn ich ehrlich bin, haben mich die Brosnans zuletzt einfach nur ob ihrer Formelhaftigkeit gelangweilt, sodass ich es grandios finde, dass man die starre Formel aufgebrochen hat und neue Wege geht. Dennoch würde ich Daniel Craig gerne in einem ‘typischen’ Bond-Film sehen, mit der Vorstellung ‘Bond, James Bond’, einem Bondgirl, dass ‘Oh James’ stöhnt, einem ‘Geschüttelt, nicht gerührt’ sowie ‘Q’ und Moneypenny. Das tut dennoch der Tatsache keinen Abbruch, dass ich ‘Quantum’ als Übergang gelungen finde. Und nach meinem zweiten Ansehen gestern sogar eher 8 von 10 als 7 von 10.

    Gruß Tim

  7. alwaysanonym

    Hallo Tim!
    Tolles Review. Nur was die Arbeit mit der Handkamera und vor allem die überaus schnellen Schnitte in einigen Actionsequenzen betrifft kann ich Deine Meinung nicht ganz teilen. Geschmacksache eben!
    Ich hoffe allerdings, dass Du mit Deiner Vermutung recht hast und das Gunbarrel am Ende von QOS auf einen traditionellen Anfang bei den nächsten Filmen hindeutet! Oder hast Du hier etwa schon genauere Informationen?

  8. Rumpelstielzchen

    So, ich hab ihn nun auch gesehen und zwar direkt hinter Casino Royale. Ich war, zumindest ist dies mein erster Eindruck, sehr positiv überrascht. Die Eingangsszene mit der Autoverfolgung war ein guter Einstieg. Die von Tim bemängelte Titelliedsequenz fand ich nicht so schlecht - im Gegensatz zum Titellied selbst. Nach mehrfachem Hören wird es zwar etwas besser, jedoch bleibt immer dieses Gefühl, unstrukturierten Müll zu hören. Der Film erschien mir ebenfalls nicht zu lang und vielleicht sehe ich das deswegen so, weil ich mir ihn, wie schon gesagt, direkt hinter dem ab und an doch langatmigen Casino Royale angeschaut habe. Jedoch hätte auch ich an der ein oder anderen Stelle ein paar Minuten mehr eingebaut. Ich finde die Idee mit dem Wasser unter der Wüste (und allem, was damit zusammenhängt) schlichtweg genial, da Wasser ein Thema der Zukunft sein wird. Jedoch wird die Bedrohung, und hier fehlen dann die Minuten, nicht richtig deutlich. Man sieht zwar Einwohner auf Wasser warten, jedoch hätte ich dies etwas dramatischer untermalt - vor allem der übergelobte Marc Foster ist hier etwas eingeknickt. Was für mich einigermaßen verständlich war, jedoch ebenfalls mehr hätte zur Geltung kommen müssen, ist die Verbindung zwischen Greene und Vesper bzw. allen Beteiligten und Vesper. Es ging doch schließlich (auch) ein quantum Trost zu finden und da finde ich, dass dieser Punkt zu dürftig herausgestellt wurde. Was die Gunbarrel-Sequenz am Ende des Films sollte, weiß ich auch nicht. Ich finde diese Innovations- und Traditionsaufbrechungssucht dann doch zu überspitzt. Entweder am Anfang des Films (meinetwegen auch in der Szene wo Bond am Seil hängt, nach oben schaut und abdrückt - siehe auch Trailer) oder gar nicht. Aber nicht am Ende nach dem Motto: Wir haben es dann doch noch mal gebracht. Zu guter Letzt kommt hinzu, dass es im ganzen Film an Bond-Feeling mangelt. Warum packt man “irgendwelche” Soundtracks (die jedoch nicht schlecht sind) in die Actionsequenzen, statt einfach mal unsere geliebte Theme? Das waren jetzt meine ersten Eindrücke. Wenn diese nicht täuschen, fand ich den Film besser als CR, da er weniger langatmig, griffiger und von der Handlung etwas pompöser wirkt. (Ich bin halt ein Fan von den Bombast-Bonds wie Man lebt nur zweimal, Spion der mich liebte und Moonraker)
    Ich tendiere trotz meiner Kritikpunkte ebenfalls wie Tim bei 7/10 und 8/10, was sich jedoch nach dem zweiten Mal ansehen verändern kann.

  9. HarryOcean

    Da ja heute gerne die IMBd Bewertung genommen wird, komme ich nach zwei mal drüber schlafen, dem erneuten Genuß von LTK, dem für mich völlig fehlbesetzten D. Craig mal außer acht gelassen auf 4 von 10 Punkten als Film. Als Bond-Film hätte er nur 2 Punkte verdient.
    Wobei er sich für mich sicherlich 2 Punkte mit der Hotelszene in der Wüste (Pinewood) verdient, die wenigstens an bessere Zeiten erinnert.
    CR würde ich mit zähneknirschen 6 von 10 Punkten geben.
    Das man bei DAD immer nur an unsichtbare Autos, Computertricks und Eispalast denken muß finde ich seltsam, Was ist mit einem der besten Pre-Titel des es je gab, mit dem wirklich geschundenen Bond, mit der großartigen Fechtszene, was ist mit Kuba und der Luftkampf im sich auflösenden Flugzeug war doch wohl auch um Welten besser als alles was in Quantum drin war…
    Die Action in Quatum war für mich definitiv die schlechteste der ganzen Serie und das man versucht Bourne und Co hinterher zu laufen ist grundverkehrt. Dann hätte man letztlich der ganzen erneuerung auch einen neuen Namen geben sollen, 009 Mike Frost oder so. Bond war immer seiner Zeit voraus, jetzt hinkt er weit hinterher. Superhelden und Serien sind gefragt wie nie und die Figur ist ein eindimensionaler Rächer ohne echte Motivation, in einer zusammengeschnittenen FSK 12 Fassung, die hatten nicht einmal den Mut das DSK 16 von LTK zu riskieren, erbärmlich das der Gegenspieler nicht einmal beim Öltrinken gezeigt wird und die ölige Agentin nur nebenbei abgehandelt wird.
    Für mich war das auch die schlechteste Regieleistung aller Bondfilme, ob schon TND ja da kaum noch zu toppen war.
    Ein Drehbuch war ja offensichtlich gar nicht vorhanden.
    Wenn im nächsten Film mit Craig wieder ein echter M, Monnypenny und Q eingeführt werden sollten, wird das total lächerlich. Das geht wohl nur mit dem erneuten Austausch der Titelrolle - dann kann man die Filme als Experiment mit viel Publikumsinteresse abhacken.
    Wenn man keine Geschichte zu erzählen hat, internationale Drehorte nur als Alibi verwendet und nicht zeigt und mit Hand-Wackelkamera versucht Bewegung zu schaffen - dann sollte man definitiv keinen Film drehen.
    Dann wäre das Jinx-Projekt doch wirklich für alle eine Befreiung und neue Zielsetzung gewesen.
    Das hier ist abgestandener Kaffee, der sich nie mit den Momenten der Bondserie messen kann.
    Also an LTK ist von der ersten bis zur letzten Sekunde alles besser.
    Zu gute halten kann man, das auch bei Moore und Brosnan die zweiten Filme die misslungensten waren und die dritten die Besten -
    also eine winzige Chance gibt es noch, 2010 in
    “007 and Vespers Diary”.
    Eine Handlung die den gejagten Bond zu dem Vermächtnis von Vesper führt, mit dem alle enttarnt werden können, in der Bond in echte Lebensgefahr gerät und nur mit Inelligenz und durchschaubarer Story die Welt von diesem Quantum-Terror befreit. Da braucht es dann eine blonde (!!!) gestandene Schauspielerin (a la Charlize Theron) Bond mit weniger Muskeln und mehr Hirn, und einen Bösen, der nicht als solcher zu erkennen ist und Mr. White, der endlich mal aufdreht und mal Bond um den Planeten jagd und John Glen als filmischen Berater!
    Und einen Regisseur, der wirklich den besten Action-Film des Jahres drehen will wie Bruce A. Evans (Mr. Brooks) oder Pete Travis (8 Blickwinkel), wenn man sich schon die großen Regisseure wie M. Mann und die Scotts nicht leisten will und kann.
    Bin gespannt wieviel Geld sich durch den gigantischen Werbe-Etat weltweit einspielen lässt, Pierce Brosnan werden die 007-Macher mit seinem Mama-Mia wohl kaum einholen, weder finanziell noch Qualitativ.

  10. Rumpelstielzchen

    Interessanterweise finde ich endlich mal jemanden, der viele Dinge so nennt, wie auch ich sie denke. Zu Craig als schlechtestens Bond und EQT als schlechtesten Film mit der schlechtesten Action würde ich mich zwar gegenteilig äußern, jedoch in einigen Punkten gebe ich dir vollkommen recht. Ich brauche auch endlich mal wieder ein bombastisches, mit Bond-Feeling vollgestopftes Spektakel und einen richtig geilen Bösewicht (Götz George, Heinz Hoenig, Tim Robbins oder the best choice Chris Cooper bzw. Larry Hagman) und Ron Pearlman als Beißer. Was DAD angeht, möchte ich in die selbe Kerbe schlagen. Ich fand den mit Ausnahme der unterirdischen Computereffekte und dem unsichtbaren Auto einen Hammer-Bond mit alles andere als einem mauen Bösewicht. Auch zustimmen würde ich dir bei der Beurteilung der Kürze von QOS. Der Auftritt von (wie heißt die Olle?) Gemma Aerton war überflüssig und die Hommage an Goldfinger verpuffte wegen der Kürze und mangelnden Sinnhaftigkeit. Ob es besser gewesen wäre, wenn man sieht, wie Greene Öl trinkt, ist wiederrum eine andere Geschichte. Dadurch wäre der Gag am Ende flöten gegangen. Das du John Glen als Regisseur erwähnst und gleichzeitig einen Spektakelbond sehen willst, finde ich jedoch hanebüchen, da Glen alles gedreht hat, nur kein Spektakel. Ok… Die Dalton Filme waren da noch mehr Spektakel als seine Moore-Versuche, die ich allesamt mau bis schlecht (Octopussy) finde. Da wäre ich eher für Lewis Gilbert ;) Ich würde gerne John Woo oder Joel Schumacher als Regisseur sehen. Das wär mal was. Ob Craig eine gute Wahl ist, weiß ich nicht. Negativ fällt einfach, so platt es klingt, seine Haarfarbe und diese kitschig-blauen Augen auf. Positiv: ALLES andere. Sprich: Schauspielerisches Können, Witz und Glaubwürdigkeit. Wenn einen anderen Bond, dann nur George Clooney (mit Frisur von FDTD oder Project Peacemaker), Colin Farrell oder Hugh Jackman.
    Fakt ist: Ich will auch endlich mehr Bond-Feeling haben.

  11. TrashBronson

    Ich stimme mal dem ein oder anderen zu: Die Anfangssequenz ist Mist. Um es mal direkt so auszusprechen, wie mein Gefühl es mir zuspielt. Ich bin kein Fan von Kameragewackel bei Actionsequenzen. Denn eigentlich möchte ich ja gerne erkennen können, was dort auf der Leinwand geschieht. Grade im Kino finde ich es bei dem doch recht großen Fromat schon manchmal schwieriger, dies zu tun, weshalb diese Art der Kameraführung das ganze natürlich nicht besser macht. In Casino Royale war die Anfangssequenz meiner Meinung nach mit eine der Besten. Man konnte sich sofort in den Film reinsaugen lassen. In Quantum of Solace hab ich es versucht, aber es wollte mir einfach nicht gelingen. Davon mal abgesehen, war mir der ganze Film einfach viel zu wenig smart. Auch wenn einige Neuerungen ja manchmal das Salz in der Suppe sind, steh ich auf einen Oldschool-Bond, der nicht nur klotzt, sondern auch mal ordentlich geschmeidig daher kommt, so dass man sich denkt: Geil, ich will auch so cool in einem Anzug aussehen.
    Was die Story betrifft, war ich ein wenig entäuscht davon, wie sehr das Potential einer bösen Organisation, die alles beeinflusst, weggeworfen wurde. Da freute man sich schon auf einen neuen Bloefeld und dann sowas. Viel zu wenig. Ehrlich gesagt, konnte ich auch nicht verstehen, wieso Marc Foster schon im Vorfeld so hochgejubelt wurde. Monsterball und Stranger than fiction sind ja nicht gerade Actionkracher. Finding Neverland mal ganz rausgenommen, der ist dazu auch noch allgemein schlecht. Was sollte der Regisseur solcher Filme denn mitbringen? Bondfilme sind doch ein völlig anderes Genre. Nungut, ich sehe mich jedenfalls in meinen Grundgedanken bestätigt und freue mich schon auf den nächsten Bond. Trotz allem kriegt der Film noch ganze 3 von 5 Punkten und liegt vermutlich so auf Rang 18-19 aller Bondfilme, bei mir.

  12. vanson

    jungs ihr heult eindeutig zuviel den alten zeiten hinterher… nur weil jetzt mal mitdenken gefragt ist und der stil geändert wurde…

    vor allem was einer meiner vorredner hier anspricht zeugt auch nicht grade davon das er sich richtig mit der materie auseinandergesetzt hat.
    Verbindung zwischen Vesper und Greene.. ehm ja.. da gibts im prinzip garkeine.. greene ist nur der informationsgeber wo sich vespers “freund” yusef aufhält… daher kann da auch nicht viel mehr bei rumkommen als das was gezeigt wurde, was ja auch ok ist..

    Richtige Gunbarrel am schluss: ja die gute “becoming bond” geschichte hat nun sein ende gefunden ( insbesondere durch die endszene mit yusef) und ist abgeschlossen. Irgendwie macht es durchaus sinn diese deswegen erst DANACH zu zeigen… und jetzt bitte erzählt mir nicht “aber die letzten 40 jahre” …
    Der humor ist ja wohl auch noch da, nur halt nicht so plump wie früher, sondern teilweise mal zum M i t d e n ke n.
    mir tun diese filmemacher echt leid, wenn sie sich gedanken machen und dann sowas kommt..

    Inner wirtschaft ist stillstand mit tot gleichzusetzen. Also wird wie in der wirtschaft auf fortschritt und innovation gesetzt und das ist auch gut so !!
    ihr könnt ja die alten filme angucken und dann nacheinander abhaken: Q,Moneypenny, Geschüttelter Martini, Bond James Bond usw… jup jup jup jup jup.. okalles da, damit automatisch ein toller bond oder wie ?
    ach uebrigens freue ich mich auch wenn diese sachen wieder dabei sind, aber vermisst habe ich sie nicht in den filmen. es gab ja zb. die lustige anspielung auf moneypenny bei CR, genau wie beim martini… bei QoS erzählt es halt nur der Barmann…
    diese figuren müssen in den film passen wie schon craig gesagt hat und nicht nur einfach da sein, weils ja immer so war…

    das sind nur n paar sachen… natuerlich sind die sichtweisen verschieden… die DAD Pretitlesequenz ist auch wirklich gelungen, der rest war aber einfach zuviel des guten…

    Blofeld,Jinxprojekt,Clooney als Bond,CR mit 6/10 bewerten,Beißer, etc pp.. leute das is gequirlte scheisse. zum glück setzt ihr nie nen fuß an ein Filmset, geschweige denn ein Bondset…

    Das musste erst mal raus sonst wäre ich den ganzen tag schlecht gelaunt auf der zugfahrt und in der Uni gewesen…

    mfg, van

  13. Rumpelstielzchen

    Da ich ja offensichtlich gemeint bin und du mir mangelndes Interesse am Nachdenken bezichtigst, hättest du auch direkt schreiben können, von wem du sprichst. Zum Glück leben wir in einem Land mit Meinungsfreiheit und unterschiedliche Meinungen sind auch ok. Was meiner Meinung nach nicht klar geht, ist deine Art und Weise wie du andere Meinungen angreifst bzw. abwertest (such dir was aus). Gerade als Mitglied einer universitären Einrichtung, nur um deinen gewünschten Sprachduktus einzunehmen, finde ich deinen Auftritt eines innovations- und nachdenksüchtigen Elitemeinungsvertreters sehr bescheiden. Das DAD zuviel des Guten war, da will ich nicht mal gegen halten. Jedoch zeugt diese Reduzierung auf unsichtbares Auto und schlechte Computereffekte auch nicht gerade auf intelligente Meinungsbildung. Das hier viele Leute Schwierigkeiten mit den neuen Bond-Filmen haben liegt glaube ich daran, dass die Figur total austauschbar (mit Bourne etc.) geworden ist. Klar ist es mal schön was neues zu sehen. Wenn man mal ehrlich ist, bemängeln viele Fans nur das Fehlen einiger bondtypischer Dinge, die sich problemlos in all die innovativen Storyelemente hätten einbauen lassen können. Das ich Clooney als Bond passend fände, liegt an seinem Auftreten an sich. Jetzt steig ich mal in deine Schublade: Wenn du Clooney als schlechten Schauspieler ansiehst, dann hast du keine Ahnung. So und jetzt wieder raus aus der Schublade, da sie mir, und das sag ich jetzt deutlich, NUR IN ZUSAMMENHANG DEINES LETZTEN BEITRAGES (ich kenn dich ja nicht!), deutlich zu tief ist. Bei CR tendiere ich zwischen 6 und 7 von 10. Mir fehlen einfach ein paar Elemente und es liegt bestimmt nicht daran, dass man etwas nachdenken muss. Außerdem weiß ich nicht, was an 7/10 schlecht wäre. Octopussy, Der Morgen stirbt nie und Im Angesicht des Todes fallen da viel schlechter aus. Du greifst DAD an, da er XXX sehr ähnlich sieht. Ich finde CR und QOS halt ausbaufähig, weil er zu sehr an Bourne erinnert. XXX und Bourne sind keine schlechten Filme, dennoch keine Bonds. Das ich Beißer genannt habe, war eher als Augenzwinkern gemeint. Obwohl… wenn einen Beißer, dann wäre Ron Pearlman durchaus der passendste Kandidat.
    Nebenbei habe ich auch mitbekommen, wie die Figurenkonstellation Greene-Lynd zusammengestellt ist und da diese, wie du auch sagst, kaum was miteinander zu tun haben, funktioniert die Komponente mit der Rach nur bedingt. Find ich. Ist meine Meinung. So und nun ist mal Schluss mit dem Kinderkram. Du hast ja auch in vielen Dingen recht.

    Das musste erst mal raus sonst wäre ICH den ganzen tag schlecht gelaunt auf der Autofahrt und in der Uni gewesen…

    :)

  14. Rumpelstielzchen

    Übrigens:
    Einerseits sehe ich das Potential von den Wasserreserven als verschnkt an, andererseits (@vanson) wenn man mitdenkt, geht es ja eher darum, Geld für Quantum zu besorgen, um es dann “im Terror” auszugeben. Ist im Prinzip das selbe Motiv wie bei CR, nur halt anders verpackt.

  15. TrashBronson

    Seh das ganze genau so, wie Rumpelstielzchen. Wenn ich in einen Bond gehe, möchte ich ja gerne Bond sehen und nicht einen Film, in dem der Held auch 009 John Flush oder so heißen könnte. Und was das nachdenken angeht: Man sollte sich nicht höher heben, als die Beine reichen. Der Vergleich mit Wirtschaft ist totaler Mummpitz, weil es dort bei Vortschritt um Wachstum der Produktivität geht. Das würde außerdem bedeuten, dass alte Filme ja irgendwann nix mehr Wert wären. So ein Quatsch.

    Das musste jetzt mal raus, sonst säße ich hier schlecht gelaunt in der Uni rum :D

  16. TrashBronson

    Oha, Fortschritt natürlich… böses V!

  17. Evicatos

    Hallo Leute.
    Also im Großen und Ganzen kann ich nur sagen:
    1. Film: mittelprächtig
    2. Daniel Craig: guter Bonddarsteller
    3. Titelmusik: saumäßig und eines Bondfilmes “nicht würdig” vor allem im Rückblick auf Interpreten wie Louis Armstrong, Tina Turner etc.
    Ich weiß, die Kritik ist ein bißchen kurz aber vieles ist hier eh schon gesagt, bzw. geschrieben worden.

  18. wodkam

    Ich bin hier gerade über eine ander Homepage auf diesen Blog gestoßen! Nach dem Lesen der QOS-Kritik muss ich sagen, schade, dass ich die vorigen neun Jahre nicht mitgelesen habe! Die eine Kritik, die ich gelesen habe, war in astreinem Deutsch wunderbar Satz für Satz zu lesen und innerlich musste ich bei jedem Satz einfach zustimmen. Jawohl so ist es! Schade, schade, vergiss nicht Deine Bewerbungsunterlagen an die großen Zeitungen zu schicken! Wer so eine Schreibe hat muss dies auch nutzen!

    Respekt!

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