Bond 22 Blog

Ein Quantum Trost. 6. November 2008.

Multicon

Vom 2. bis 4. November 2007 steigt in Oberhausen die MULTICON 2007, die von Dark Side Con und Corona Events veranstaltet wird. Der BKD beteiligt sich als Partner hinter den Kulissen an der Organisation und wird vor Ort auch mit einem Stand vertreten sein.

Teil der Multicon, die in der Luise-Albertz-Halle stattfinden wird, ist die SPECIAL BOND CON, zu der wir Euch herzlich einladen wollen. Allen BKD-Mitgliedern winken bis zu 20% Vergünstigung auf die Eintrittspreise!

Eröffnet wird die Con am 2.11. um 15 Uhr. Das Event geht “nonstop” bis Sonntagnachmittag. Das heißt am Freitag Programm (Bühne, Fragen & Antworten, Vorlesungen, Workshops, Eröffnungszeremonie, Abendkonzert, Party etc.) mit offenem Ende.

Am Samstag wird gegen 9 Uhr geöffnet mit Programm wie am Vortag, gleiches am Sonntag, an dem um 10 Uhr geöffnet wird. Am Sonntag findet um 15 Uhr die Abschlusszeremonie statt. Soweit der grobe Zeitplan.

Die SPECIAL BOND CON, Star Wars und Manga/Anime sind die Hauptbereiche der Multicon. Auf der bestätigten Gästeliste finden sich bis dato:

Joe Robinson
Derek Lyons
Barrie Holland
Albert Moses
Lana Wood
Stanley Morgan
Shane Rimmer
Terence Mountain
Earl Cameron
Lightning Bear
Caroline Munro
Martine Beswicke

Überraschungsgäste stehen noch in Verhandlungen.

Top-Con-Angebot für Kurzentschlossene

Das Beste: Der Veranstalter bietet Euch, unseren BKD-Mitgliedern, 10% Vergünstigung auf Tages- und Wochenendtickets. Wer sich bis zum 31. Mai 2007 um 0.00 Uhr anmeldet und innerhalb von vier Wochen bezahlt, erhält weitere 10% Vergünstigung, also insgesamt 20%. Wer sich schnell entschließen kann, spart bares Geld. Die BKD-Mitgliedschaft zahlt sich aus.

Wichtig: Der Nachlass gilt nur für den/die Inhabern des BKD-Klubausweises. Ehegatten, Lebensgefährten, Freunde und Bekannte sind nicht eingeschlossen.

So kommt Ihr an die Tickets
Der einfachste und schnellste Weg ist die Anmeldung über die Website der SPECIAL BOND CON. Den direkten Link zum Anmeldeformular findet ihr hier.

Hier sucht Ihr Euch das passende Ticketangebot aus. In das unterste Formularfeld “Sonstige Bemerkungen” tragt Ihr bitte ein: Mitglied im Bondklub Deutschland, sowie Eure Mitgliedsnummer, sofern sie Euch vorliegt. Die Veranstalter legen uns alle BKD-Anmeldungen zur Prüfung vor.

Wichtig: Die Anmeldung ist ein bindender Vertrag. Nach Eingang der Anmeldung wird eine E-Mail mit dem Rechnungsbetrag, der Rechnungsnummer die gleichzeitig Ticketnummer ist, sowie den erforderlichen Bankdaten an Euch versendet. Nach Eingang des Rechnungsbetrages wird ein E-Ticket per E-Mail versendet das als Eintrittskarte gilt und zur Con mitgebracht werden muss!!!

Der BKD nimmt keine Bestellungen und Zahlungen entgegen, diese Abwicklung ist allein Sache des Veranstalters. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wir wünschen Euch viel Spaß auf der MULTICON mit SPECIAL BOND CON und sehen uns hoffentlich im November in Oberhausen.

–>

Erster

Am gestrigen 16. August fand in der toskanischen Stadt Siena (Italien) der Palio statt, eines der härtesten Pferderennen der Welt, das innerhalb des historischen Stadtkerns auf dem Piazza del Campo auf einer 300 Meter langen Rundbahn ausgetragen wird. Pro Jahr werden zwei Rennen veranstaltet. Für ausführliche Details mögen sich die geneigten LeserInnen bei www.wikipedia.de informieren.Zwei entscheidende Kriterien, die die Härte des Rennens widerspiegeln, sind jedoch anzuführen: 1. Die teilnehmenden Pferde werden ohne Sattel geritten und 2. der Einsatz der Reitpeitsche gegen gegnerische Pferde und Reiter ist erlaubt. Aus letzterem Grund ist der Palio seit Jahren im Visier von Tierschutzorganisationen, blieb aber, ebenso wie der Stierkampf in Spanien, von entsprechenden Sanktionen weitgehend unbehelligt.

Dieser zweite Palio im Jahr 2007 wurde von den Produzenten von BOND 22 zu Dreharbeiten genutzt. Die Filmemacher brachten dazu 14 Kameras rund um die Rennstrecke in Position, um das Geschehen im Bild festzuhalten. Dem sollen wochenlange Verhandlungen zwischen der Stadt und den Produzenten vorausgegangen sein. Laut einem Bericht der Tageszeitung Il Giornale lautet die Vereinbarung so, dass die Aufnahmen dokumentarisch angelegt sein müssen, keine Manipulation oder Entstellung des Rennens vorgenommen werden und keine Gewalt gegen Tiere oder Menschen gezeigt werden darf. Mit anderen Worten: Die Stadt Siena möchte, dass der Palio im besten Licht dargestellt wird. Um sich zusätzlich abzusichern, wurde außerdem das Filmen von Stadtemblemen, Wappen und Schildern untersagt.

Zur Überraschung vieler zeigte sich gestern auch Daniel Craig mit seiner Lebensgefährtin vor Ort und hatte unter anderem Produzent Michael Wilson im Schlepptau, während er von einem Fenster aus das Geschehen verfolgte. Ob Craig am Rande des Rennens bereits in seiner Rolle als 007 „eingefangen“ wurde oder nur interessierter Zaungast war, ist noch Gegenstand zahlreicher Spekulationen und kann im Augenblick nicht abschließend geklärt werden. Pressebilder diverser Agenturen sind in den Foren von www.commanderbond.net einzusehen.Die Stadtoberen haben laut Presseberichten ihre Erlaubnis dazu gegeben, dass das Filmteam zwischen Januar und Juli 2008 für weitere Dreharbeiten nach Siena zurückkehren kann.

Im Vorfeld des Rennens wurde berichtet, dass James Bond zunächst mit seinem Wagen durch die engen Gassen fahren werde und dabei den Schurken des Filmes verfolge. Die Jagd verlagere sich dann von den Straßen auf die Dächer der Stadt. Dabei sollen die Aufnahmen des Palio als Hintergrund und Zwischenschnitte dienen.

Ein weiterer Teil der Verfolgungsjagd soll sich in den Bottini abspielen, dem alten, unterirdischen Wasser- und Kanalsystem von Siena, das in früheren Zeiten dazu diente, das in der Umgebung gesammelte Regen- und Quellwasser zu den Brunnen der Stadt zu leiten. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass schon im Umfeld von Casino Royale über eine Verfolgungsjagd durch Venedigs unterirdische Kanäle spekuliert wurde, von der im fertigen Film bekanntlich aber nichts zu sehen ist.

Diverse italienische Internetseiten haben in dieser Woche außerdem gemeldet, dass nicht allein Siena als italienischer Drehort vorgesehen sei, sondern mindestens noch ein weiterer. Am Rande des lukanischen Filmfestivals (Lucania ist der frühere Name für die heutige Region Basilicata) wurde bekannt, dass momentan weitere Orte in der Region Basilicata in Augenschein genommen werden: in der Provinz Matera der Senise-Damm des Stausees Monte Cotugno sowie in der Provinz Potenza die Straße nach San Biagio di Maratea.

–>

Bond


Der Titel des 22. James Bond Films von EON Productions lautet TITEL HIER! Das gaben die Produzenten soeben auf einer Pressekonferenz in den Pinewood Studios bekannt.

Weiterhin wurde bekannt, dass …

–>

Das

Das James Bond-Forum

–>


Hauptplakat zu ‘Ein Quantum Trost’Es ist schon viel geschrieben geworden nach den ersten Pressevorführungen. Die meisten Reviews habe ich mir allerdings gar nicht erst durchgelesen, denn sie enthielten eine Reihe Spoiler, und neben dem, was ich durch die Berichterstattung auf dieser Webseite sowieso schon von der Handlung wusste, wollte ich nicht noch mehr erfahren. Das wenige, was ich von diesen Reviews aber mitbekommen und behalten habe, lässt sich so zusammenfassen: Craig ist gut, Amalric kommt kaum zur Entfaltung, die Story ist konfus, die Action zu lang, der Film aber insgesamt zu kurz, humorlos und unausgegoren. Die meisten Fans, die den Film bereits vorab in England oder bei Pressevorführungen sehen durften und mit denen ich bisher sprechen konnte, beschrieben ihr Empfinden in Extremen: Ein Quantum Trost müsse man lieben oder hassen. Das wurde auch 2002 unter Bond-Fans von Stirb an einem anderen Tag gesagt, dem Film, der bei mir auf der letzten Stelle meiner persönlichen Rangliste rangiert und der 2006 von einem in meinem Empfinden besten Filme der Serie, Casino Royale, gefolgt wurde. Keine gute Vorzeichen also, und ich schraubte meine Erwartungen ziemlich nach unten. Enttäuscht wurde ich nicht, aber euphorisch bin ich auch nicht. Kurz: Ein Quantum Trost reicht bei Weitem nicht an seinen Vorgänger heran. Doch Daniel Craigs zweiter Bond ist ein solider, etwas überdurchschnittlicher Film, weit weg vom unten Ende meiner persönlichen Liste. Dennoch: Ein Hate it or Love it-Film ist der 22. James Bond-Film in meinen Augen nicht, denn er hatte beides: Richtig gute Szene, und einige wenige Momente, in denen ich mich fragte, was das noch mit James Bond zu tun hat.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Doch der Reihe nach; und Achtung - auch ich werde teils massiv spoilern. Der Film beginnt ohne den Pistolenlauf, wie schon bei Casino Royale. Dem Zuschauer soll deutlich gemacht werden, dass Bonds Wandlung in den Bond, wie wir ihn kennen, noch nicht abgeschlossen ist. Blöd nur, wenn die meisten Zuschauer, die sich nicht wie ich heute Mittag zum wiederholten Male Casino Royale auf DVD angesehen haben und den Film womöglich nur vor zwei Jahren im Kino angeschaut haben, eigentlich gar nicht mehr wissen, worum es geht. Zumal die Schlussszene von Craigs Debütfilm impliziert, dass die Wandlung abgeschlossen ist. Statt der Gunbarrel kriegt der Zuschauer aber eine beeindruckende Landschaftsaufnahme vom Gardasee geboten. Und ich finde, bereits in der ersten Szene erkennt man die Handschrift des Regisseurs: das ist typisch Marc Forster!

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Der eigentliche Film startet dann mit einer Verfolgungsjagd, bei der das nächste Stilmittel eingeführt wird, welches den ganzen Film durchgehalten wird: Wackelige Bilder aus einer Handkamera. Das mag nicht der Geschmack aller Kinogänger sein, aber anders, als viele Fans und Reviewer fand ich die Handkameras weder störend noch deplatziert. Ab der zweiten Actionsequenz habe ich sie eigentlich nicht mehr wirklich wahrgenommen. Am Ende der Sequenz der erste Lacher: Bond kommt im völlig zerschossenen Aston Martin im MI6-Safehouse in Siena an, öffnet den Kofferraum, und der gute Mr. White liegt darin. An dieser Stelle wird noch einmal deutlich, dass der Film wirklich unmittelbar am Ende von Casino Royale ansetzt.

Jesper Christensen als Mr. White beim VerhörUnd das ist gleichzeitig ein Manko: Wie bereits angerissen, wird vom Zuschauer vorausgesetzt, dass er die Geschehnisse aus Casino Royale präsent hat. Mr. White wird verhört, es wird von Vesper, deren algerischem Liebhaber und dem Liebesknoten gesprochen; später taucht Bond bei Mathis auf, und trotz eines kurzen Hinweises in der Untertitelung, dass er zu Unrecht gefoltert und dafür vom MI6 mit dieser hübschen Villa entschädigt wurde, kann der gemeine Kinogänger wohl recht wenig mit der Person Mathis anfangen.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Es wurde bemängelt, dass die Story kaum nachvollziehbar sei. Ich hatte den gegenteiligen Eindruck: Nach der doch sehr komplexen Handlung von Casino Royale war die Handlung stringent, obwohl sie an manchen Stellen auf dem Zufallsprinzip aufbaute. Auf der anderen Seite basiert jeder Sonntagabend-Tatort in der ARD auf mehr Zufällen. Als kleinere Schwachpunkte fallen mir lediglich ein: Warum hält sich Greene ausgerechnet in Tahiti in der Nähe einer seiner unzähligen Handlanger auf? Warum hindert niemand Bond daran, sich das erste Zusammentreffen mit General Medrano vom Motorrad aus zu verfolgen? Fühlt Quantum sich so sicher, dass die Organisation hier auf mehr Sicherheitskontrollen verzichtet? Aus welchem Grund genau fliegt Greene nach Bregenz? Ist er einfach nur Opern-Fan? Warum kommunizieren dort alle über Headset? Einfacher kann man eine Terrororganisation ja nun nicht abhören. Warum nehmen Bond und Camille das riesige Transportflugzeug, wo doch nebendran eine nette kleine Cessna steht? Und schließlich der größte Zufall: Warum landen Bond und Camille nach ihrem Flugzeugabsturz ausgerechnet in einem Bergloch, in dem Greene Wasser anstaut?

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Überhaupt, Greenes Plan, und damit zu den Ungereimtheiten. Zunächst einmal gab es schon bösere Pläne von Bond-Bösewichten, als die Wasserversorgung eines südamerikanischen Landes zu übernehmen. Da war ja sogar Trevellyans Ansinnen in GoldenEye, London den Strom abzuschalten, gehässiger. Und dann bleibt die Frage, wie Quantum unbemerkt von Geheimdiensten und sämtlichen Sateliten im Weltall einfach Minen graben und einem ganzen Staat den Wasserhahn abdrehen konnte. Die Organisation kann ja sicherlich viele Beamte schmieren, aber mit Sicherheit nicht alle.

Ich gebe zu, dass die Vielzahl an Charakteren verwirrend sein kann. Persönlich fand ich Casino Royale in dieser Hinsicht aber schlimmer. Wäre man gehässig, könnte man auch sagen: Zum Glück tötet Bond ja jeden zweiten Nebendarsteller.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Craig spielt Bond wieder absolut überzeugend und holt aus der Rolle heraus, was er kann. Zu seiner Darstellung ist nicht viel zu sagen, außer: Chapeau, Mr. Craig. Gut gemacht. Mathieu Amalric darf leider nicht zeigen, was er schauspielerisch drauf hat. Das hat aber weniger mit ihm, als mit seiner Rolle zu tun, die ihm wenige Freiräume zur Interpretation bietet. Abgesehen davon, dass Olga Kurylenko bildhübsch ist, kann sie auch noch ganz gut schauspielern. Im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass Camille nach Wai Lin und Jinx die dritte knallharte Agentin eines anderen Geheimdienstes sein würde, aber zum Glück ist man den Weg weitergegangen, den man in Casino Royale eingeschlagen hat. Obwohl sie unglaublich tough ist, wirkt sie auch unglaublich zerbrechlich. Und diese Rolle spielt Kurylenko mit Bravour. Die Rolle von Fields hätte man sich hingegen genauso wie die von Elvis schenken können. Für den Plot waren beide absolut unnötig. Dafür, dass Taubman die nach eigener Aussage “zweitgrößte Rolle” im Film erhalten hat, war er recht wenig im Bild. Wobei das bei seiner Rolle gut war. Der Tod von Fields ist zwar eine nette Hommage an Goldfinger, aber irgendwie total unnötig. Zumal sich die Öl-These ja als falsch herausgestellt hatte. Giancarlo Giannini und Jeffrey Wright als Mathis und Felix Leiter spielen gewohnt souverän; etwas schade ist es allerdings, dass man Leiter wieder nur wenig Zeit eingeräumt hat.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Bleibt noch ‘M’. Und hier bin ich mir überhaupt nicht sicher, wie ich ihre Rolle bewerten soll. An Judi Dench liegt es jedenfalls nicht, sie spielt gewohnt souverän. Aber ‘M’ ist mir irgendwie zu launisch. Erst droht sie White im Verhör damit, ihn verschleppen zu lassen, dann ist sie sauer auf Bond ob dessen Brutalität, dann heißt sie seine Aktionen wieder gut, danach ist sie erneut stinksauer, und schließlich reicht eine kurze Begegnung mit Bond auf dem Hotelflur in Bolivien, sie davon zu überzeugen, dass Bond das Richtige tut. Überhaupt, wieso darf Bond auf einmal nicht mehr töten, wen und wie er will? Er ist doch schließlich Doppelnull-Agent. Hier verschließt sich mir die Logik, warum ‘M’ auf einmal Bericht zu jedem toten Landhanger haben möchte. Wäre das schon immer so gewesen, wäre der gute James mit dem Schreiben gar nicht mehr fertig geworden.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Die Actionsequenzen sind manchmal etwas kurz geworden, was wohl an der Vielzahl der unterschiedlichen Actionszenen liegt. Bond kämpft mit den Fäusten, mit Messern, Pistole und Maschinengewehr, zu Land, zu Wasser und in der Luft. Dennoch hatte jede Actionsequenz ihre Berechtigung, ich empfand keine einzige fehl am Platz oder “eingeschoben”. Den Vorwurf, der Film sei ein reiner Actionfilm ohne jeden Tiefgang teile ich deswegen nicht.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Und das liegt am Regisseur. Man merkt immer wieder, wie Marc Forster versucht, dem Film seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Das geschieht durch kleine Randaufnahmen, die unheimlich detailiert und liebevoll gestaltet sind, ob die Kinder im bolivianischen Dorf, die Zuschauer beim Palio oder die Partygäste in Bregenz. Und dann natürlich einige grandiose Szenen, wie der Tod von Mathis, als Bond völlig zerrissen ist zwischen Trauer und Wut und man als Zuschauer merkt, dass Bond noch immer nicht ganz mit der Frage abgeschlossen hat,ob Mathis letztlich ein Verräter war oder nicht. Forster zeigt Bond hier innerhalb weniger Sekunden als zerbrechlichen Menschen und eiskalten Killer - und gerade diese Szene fand ich extrem stark.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Auch die Action wurde von Forster anders konzipiert, als das bisher der Fall war. Dabei wurden vor allem, wie bereits angesprochen, Handkameras verwendet. Ganz stark ist vor allem die Tosca-Sequenz, als sich die Action parallel zur Bühnenhandlung und unter der Musik Puccinis abspielt. Ganz großes Kino!

Bond und Camille in der WüsteUnd was war sonst? Der Titelsong von Alicia Keys und Jack White wird auch mit dem Vorspann nicht besser, zumal da nochmals an ihm herumgeschnippelt wurde, um auf die Bilder zu passen. Überhaupt: Die Titelsequenz gibt man bei Bond 23 besser wieder an Daniel Kleinman zurück, genauso wie die Gunbarrel. Forster hat sich und den Fans mit MK12, die sich für beides verantwortlich zeichnen, keinen Gefallen getan. Zum Humor: Der Humor kommt nicht zu kurz, es gibt eine ganze Reihe One-Liner. Dass Bond Greene nicht tötet, finde ich eine abwechslungsreiche Idee. Und wirklich zu kurz fand ich den Film auch nicht: Vielleicht hätten ihm fünf bis zehn Minuten mehr gut getan. Mehr aber auch nicht. Dann hat der Film hübsch designete Untertitel mit der Info, wo wir uns gerade befinden. Aber anders, als z.B. Siegfried Tesche in seinem Spiegel-Review schreibt, gab es Ortseinblendungen nicht zum ersten Mal in einem Bond-Film. Schon Casino Royale und diverse Brosnan-Bonds hatten diese. Sie sahen dieses Mal nur, in meinen Augen, hübscher aus. Und schließlich noch eine interessante Randnotiz: Hat Bond schon jemals zuvor Bier getrunken?

Regisseur Marc Forster in einer DrehpauseEine Sequenz spiegelt mein Empfinden des Films eigentlich perfekt wieder: Die Bregenz-Szenen. Wie beschrieben, finde ich, dass die Tosca-Sequenz der mit Abstand beste Filmabschnitt ist. Und das, wo die komplette Sequenz eigentlich total untypisch für einen Bond-Film ist. Ein Quantum Trost ist eben ein Quantum anders: Es ist kein typischer Bond-Film. Bond-Stimmung kam erst mit dem Gunbarrel am Ende des Films auf. Aber vielleicht muss man sich in seinem Denken einfach nur von den verklärt-romantischen Gefühlen lösen, die man als Fan mit den alten Bond-Filmen asoziiert. Man darf sich nicht fragen, wie Connery vieles gelöst hätte, oder warum Moore nie so brutal war. Und man darf sich nicht in die Welt der 1960er und 1970er Jahre zurückdenken. Man muss sich vergegenwärtigen, dass ein Bond-Film immer seine Zeitumstände wiederspiegelt. Und das hat man mit Resourcenkrieg und dem Misstrauen der Geheimdienste eigentlich genauso gut geschafft, wie es die früheren Bond-Filme mit Atombomben, Voodoo und Dechiffrier-Maschinen zur jeweiligen Zeit getan haben. Ich bin mir sicher, dass ich in einigen Jahren auch auf Ein Quantum Trost verklärt-romantisch zurückblicken werde. Und dann ist das mit dem spontan fehlenden Bondfieber auch nicht mehr so schlimm.

Szenenfotos aus ‘Ein Quantum Trost’Da trotz vieler möglicher weiterer Ansatzpunkte die Handlung von Casino Royale und Ein Quantum Trost mit M’s Aussage, Greene sei tot und der späteren Gunbarrel prinzipiell abgeschlossen ist, können wir darauf hoffen, Craig in Bond 23 in einem Bond-Film zu sehen, der der traditionellen Bond-Formel folgt. Trotz aller Originalität und trotz allen positiven Innovationen: Über einen ’stinknormalen’, formelhaften Film würde ich mich sehr freuen.



Copyright © 2010 by: Bond 22 Blog • Template by: BlogPimp / angepasst von all time high Lizenz: CC BY-NC-SA.